Schlotterbeck zurück - bester BVB-Start seit 2015
Beim überraschenden Startelf-Comeback von Nico Schlotterbeck hat Vizemeister Borussia Dortmund seine Siegesserie zu einem seltenen Traumstart ausgebaut. Der BVB bezwang den Aufsteiger SC Paderborn mit 3:0 (1:0) und hat damit erstmals seit 2015 seine ersten drei Bundesligaspiele der Saison gewonnen. Insgesamt sind es nun fünf Siege in Folge in drei Wettbewerben, in einer Woche folgt der Härtetest beim VfB Stuttgart.
Fabio Silva (5.), Teil einer erstmals in dieser Saison aufgebotenen BVB-Doppelspitze, erzielte nach einem Steilpass seines Sturmkollegen Serhou Guirassy die Führung, Felix Nmecha (80./89.) erhöhte mit einem späten Doppelpack. Guirassy traf überdies zweimal, doch beide Tore nahm der VAR zu Recht zurück. Paderborn bleibt mit einem Punkt und ohne Tor im Tabellenkeller.
Für den BVB war es ausnahmsweise mal ein Tag erfreulicher personeller Nachrichten. Schlotterbeck kehrte 84 Tage nach seiner Innenband-Verletzung aus dem WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1/20. Juni) zurück - und dies überraschenderweise sogar von Beginn an. Er hatte erst am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert.
Zudem gab Trainer Niko Kovac vor dem Anpfiff bei Sky ein erfreuliches Update zu Konstantinos Karetsas. Bei den Untersuchungen nach dem Kollaps des griechischen Offensivspielers gab es "nichts Auffälliges", schon in Stuttgart könnte der 18-Jährige wieder im Kader stehen. Karetsas schaute sich das Spiel gegen Paderborn im Stadion an.
Und weil sich beim BVB derzeit auch sportlich vieles fügt, waren es Silva und Guirassy, die in Co-Produktion für die frühe Führung verantwortlich zeichneten. Guirassy schlug den Ball zum Konter steil, SCP-Profi Tjark Scheller griff an der Mittellinie nicht ein, Silva lief allein aufs gegnerische Tor zu und traf.
Und Paderborn? Die Spielanlage war passabel, aber längere Ballbesitzpassagen endeten zumeist ohne Abschlüsse. Lediglich in der 19. Minute traf Kapitän Laurin Curda mal das Außennetz. Und rückte Paderborn weit auf, kombinierte der BVB rasend: Guirassy erzielte sein vermeintliches 2:0 (32.) aber aus einer Abseitsstellung heraus. Dies wiederholte sich in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte.
Der BVB blieb auch danach überlegen, bekam das Spiel aber nicht frühzeitig entschieden. Die Gäste standen in ihrem 3-5-2, das in Dortmunder Ballbesitz ein sehr engmaschiges Netz wurde, weitestgehend sicher. Zudem parierte SCP-Torhüter Nahuel Noll stark gegen Ethan Nwaneri (58.) und Guirassy (62./80.).
So blieb die Hoffnung auf einen überraschenden Auswärtspunkt lange erhalten - auch wenn die Stürmer Marvin Pieringer und Stefano Marino, den Trainer Ralf Kettemann später durch den früheren BVB-Profi Steffen Tigges ersetzte, fast immer vergeblich auf den Ball warteten. Nach der Vorentscheidung durch den eingewechselten Nmecha traf Marcel Sabitzer (84.) noch die Latte.
J.D.Peters--MC-UK