Besuch bei Unesco: Papst Leo XIV. warnt vor Risiken der KI
Papst Leo XIV. hat in einer Rede bei der UN-Kulturorganisation Unesco eindringlich vor den Risiken neuer Technologien wie der Künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. Es müsse sichergestellt werden, dass diese Technologien "dem Menschen dienen und nicht zu einem Instrument der Beherrschung und Ungerechtigkeit werden", sagte der Papst am Freitag in Paris. Er warnte unter anderem vor sozialen Folgen der übermäßigen Nutzung der neuen Technologien sowie vor der Verbreitung von Falschinformationen.
"Heute verfügen wir über Mittel, Menschen und Kontinente augenblicklich miteinander zu verbinden. Gleichzeitig erleben wir neue Formen der Isolation, der materiellen und geistigen Armut und des Verlassenseins", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Leo XIV. betonte auch, ohne eine gemeinsame ethische Grundlage drohten die modernen Kommunikationskanäle, Falschinformationen zu vervielfachen.
Künstliche Intelligenz verstärke diese Probleme, führte der Papst aus. "Deswegen appelliere ich an die internationale Gemeinschaft, dem Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Zeitalter besondere Aufmerksamkeit zu widmen." Ihre Verletzlichkeit dürfe nicht ausgebeutet werden. Die neuen Technologien sollten vielmehr ihre Bildung und ihre Beziehungen unterstützen und dabei der Würde des Menschen dienen.
Leo XIV. rief zudem zu einer Stärkung internationaler Institutionen auf. "Sie befinden sich in einer Krise, vor allem, wenn Dialog als Hindernis und nicht als als Ressource für den Frieden betrachtet wird", sagte er. Angesichts von "Fehlentwicklungen" sei es nötig, wieder "das Vertrauen zu stärken, "dass Unterschiede keine Bedrohung bedeuten".
Der aus den USA stammende Papst spielte damit wohl auch auf den Austritt seines Heimatlands aus der Unesco an, den US-Präsident Donald Trump bereits 2018 und 2025 dann erneut verfügt hatte. Die Unesco rechnet deswegen mit einem Rückgang der finanziellen Mittel um elf Prozent. Generell begegnet Trump der UNO und ihren Unterorganisationen mit großem Misstrauen und hat die Zusammenarbeit zurückgefahren.
Der Papst war am Freitagmorgen unter Glockengeläut der Pariser Kirchen zu einem viertägigen Besuch in Frankreich eingetroffen. Am Vormittag warnte er vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft im Elysée-Palast vor einem "neuen Wettrüsten". Auch dankte er Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für dessen Einsatz für die Restaurierung der brandgeschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame.
Nach seinem Besuch bei er Unesco will Leo XIV. eine Tour im Papamobil durch die französische Hauptstadt unternehmen. Am späten Nachmittag will er mit Priestern, Ordensleuten und Diakonen eine Vesper in Notre-Dame feiern.
Zum Abschluss des Tages nimmt der Papst dann an einem Gebetstreffen mit 80.000 jungen Menschen im Stade de France teil. Für Samstag steht eine Messe von Leo XIV. auf der Place de la Concorde auf dem Programm, zu der 600.000 Menschen erwartet werden. Am Sonntag will der Papst den Pilgerort Lourdes und am Montag die Stadt Metz besuchen. In Metz will Leo XIV. eine politische Rede halten, zu der Macron die Staats- und Regierungschefs der EU eingeladen hat.
M.A.Turner--MC-UK